Studie zeigt hohen Rückstau bei Unternehmensinsolvenzen

Einer aktuellen Studie zur Folge haben die staatlichen Hilfen für Unternehmen und Betriebe während der Corona-Krise zu einem hohen Rückstau bei den Insolvenzen geführt. Trotz des massiven Einbruchs der Wirtschaft ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2020 auf den tiefsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 gefallen.

Die finanzielle Unterstützung seitens des Staates hat rund 25.000 vorwiegend kleine Betriebe künstlich am Leben gehalten, die auch abgesehen vom Lockdown ohne Perspektive auf eine erfolgreiche Sanierung mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Insolvenz gegangen wären. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „The COVID-19 Insolvency Gap: First-Round Effects of Policy Responses on SMEs“ von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Das Aussetzen der Insolvenzantragspflicht hat dazu geführt, dass die Insolvenzwelle in die Zukunft verschoben wurde. Die Autoren der Studie zeigen die wirtschaftlichen Schäden auf, die bei einem zeitverzögernden Ausscheiden eines insolventen Betriebes entstehen.

Bei Unternehmen, die vor der Krise eine gute Bonität aufwiesen, ist laut Studie kein Rückstau bei den Insolvenzen festzustellen

Grundlage der Studie sind die Bonitätsdaten von etwa 1,5 Millionen Unternehmen. Verglichen wurden die Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit im Vorkrisenzeitraum Juli 2017 bis Dezember 2019 mit dem Corona-Krisenzeitraum April 2020 bis einschließlich Juli 2020.