Häufige Fehler bei der Unternehmensnachfolge

In Deutschland suchen jährlich rund 80.000 Unternehmen einen Nachfolger. Für Firmeninhaber ist die Unternehmensnachfolge oft hochemotional und die schwierigste Aufgabe, die sie in ihrem Geschäftsleben zu bewältigen haben. Leider werden bei der Unternehmensnachfolge immer wieder vermeidbare Fehler gemacht, die sich auch negativ auf den Verkaufswert des Unternehmens auswirken können.

Fehler 1: Schlechtes Zeitmanagement!

Viele Firmeninhaber – insbesondere von Familienunternehmen – beschäftigen sich gar nicht oder zu spät mit dem Thema Unternehmensnachfolge. Wer erst im Alter von 65 Jahren mit der Planung seiner Nachfolge anfängt, ist definitiv zu spät dran.
Oft werden auch Kinder zu lange als potentieller Nachfolger betrachtet, ohne dass deren Eignung überprüft wurde. Stellt sich dann heraus, dass der Nachwuchs zur Unternehmensnachfolge nicht tauglich oder willig ist, kann es für eine externe Nachfolgeregelung knapp werden. Unter Zeitdruck nach einem Nachfolger zu suchen, schränkt die Handlungsoptionen erheblich ein. Mit der Planung der Unternehmensnachfolge sollte rechtzeitig begonnen werden. Hier für ist ein Planungszeitraum von 3 bis 5 Jahren notwendig.

Fehler 2: Erbe nicht geregelt!

Die Unternehmensnachfolge muss auch im Fall eines plötzlichen Todes des Firmeninhabers geregelt sein, damit das Unternehmen überleben kann. Bei der Errichtung eines Unternehmertestaments, das auch notfalls einer gerichtlichen Überprüfung stand halten muss, empfiehlt sich immer eine Beratung durch einen Rechtsanwalt.

Fehler 3: Keine professionelle Vorbereitung der Nachfolge-Verhandlungen!

Vom ersten Gespräch an sollten die Verhandlungen mit einem potentiellen Nachfolger professionell vorbereitet und begleitet werden. Firmeninhaber, Management, Geschäftsräume und Unternehmensunterlagen sollten einen guten und vor allem professionellen Eindruck machen. Nicht nur der Substanzwert, sondern auch der äußere Eindruck eines Unternehmens schlägt sich im Verkaufswert nieder!

Fehler 4: Vernachlässigung des operativen Geschäfts!

Das operative Geschäft darf auch während der Suche nach einem Unternehmensnachfolger nicht vernachlässigt werden. Einbrechende Umsätze und Gewinne, fehlende Ersatzinvestitionen führen zu einer Reduzierung des Unternehmenswerts, was die Suche nach einem Unternehmensnachfolger deutlich erschwert. 

Fehler 5: Keine Beratung vom Experten!

Eine Unternehmensnachfolge ist mit vielen Fallstricken verbunden. Wer hier auf die Beratung von Nachfolge-Experten verzichtet, läuft Gefahr sein Lebenswerk zu ruinieren.

Es fängt bereits damit an, dass viele Firmeninhaber den Wert des Unternehmens völlig falsch – meistens zu hoch – einschätzen. Eine Unternehmensbewertung durch einen Sachverständigen verschafft an dieser Stelle Transparenz und Klarheit. Bei einer Unternehmensnachfolge gilt es auch steuerliche Aspekte zu beachten. Hier können verschiedene Steuerarten, wie etwa Einkommens-, Gewerbe-, Umsatz-, Schenkungs- oder Erbschaftssteuer, tangiert werden. Daher sollte im Rahmen der Unternehmensnachfolge unbedingt die fachliche Expertise eines Steuerberaters eingeholt werden. Ein weiterer Knackpunkt bei der Unternehmensnachfolge sind die bestehenden Vertragsstrukturen, deren Auswirkungen auf eine Unternehmensnachfolge vom Firmeninhaber oft unterschätzt werden. Hier gilt es einen Rechtsanwalt zu konsultieren, der die vorhandenen Verträge prüft und die Rechtsfolgen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge kompetent einschätzen kann.

Der aktuelle Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zur Unternehmensnachfolge 2016 zeigt, dass dieses Thema für deutsche Mittelständler nach wie vor eine Herausforderung darstellt. Eng verbunden damit ist die Bewertung des Unternehmens, denn der Kaufpreis ist bei der Unternehmensnachfolge häufig der Knackpunkt.

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