Studie: Erhöhtes Insolvenzrisiko bei 8,4 Prozent der Unternehmen in Deutschland

 

Eine aktuelle Studie zur Zahlungsfähigkeit und Überschuldung von Firmen in Deutschland zeigt, dass derzeit rund 300.000 Unternehmen mit erheblichen finanziellen Problemen kämpfen.

Der Informationsdienstleister CRIFBÜRGEL hat für diese Studie 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland im Hinblick auf ihre finanzielle Situation befragt. Sie haben beispielsweise Angaben zu Bilanzen, Umsatzzahlen, Gewinn- und Verlustrechnungen oder Zahlungserfahrungen gemacht. Heraus kam, dass 8,4 Prozent der Unternehmen in Deutschland ein sehr hohes Zahlungsausfall- und Insolvenzrisiko aufweisen.

Bei der regionalen Verteilung der Firmen mit hohem Insolvenzrisiko stehen Nordrhein-Westfalen (67.634), Bayern (39.141) und Baden-Württemberg (32.031) an der Spitze. Im Saarland (3.023) und in Bremen (2.411) gibt es im Vergleich deutlich weniger Firmen mit finanziellen Problemen.

Bezogen auf die Branchen sind von möglichen Zahlungsausfällen am stärksten Firmen aus der Logistik, mit einem Insolvenzrisiko von 13,3 Prozent, und aus dem Gastgewerbe, mit 11,1 Prozent, betroffen. Auch Bauunternehmer haben ein erhöhtes Risiko von 9,5 Prozent, dass sie eine Insolvenz anmelden müssen. Am finanzstärksten sind die Gesundheitsbranche (2,3 Prozent Insolvenzrisiko) und die Energieversorger (2,1 Prozent Insolvenzrisiko).

Im Hinblick auf die Rechtsform eines Unternehmens besteht bei 13,7 Prozent der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ein hohes Insolvenzrisiko. Es folgen Gewerbebetriebe mit 9,2 Prozent und die Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit 9,0 Prozent Insolvenzrisiko. Bei den Aktiengesellschaften gelten hingegen nur 3,2 Prozent als finanzschwach.